Vom Gesundheitswesen über den Einzelhandel bis hin zur Fertigung, der 3D-Druck hält Einzug in zahlreiche Branchen. Beim 3D-Druck, der auch als „Additive Layer Manufacturing“ (ALM) bezeichnet wird, werden Teile mithilfe von CAD (Computer Aided Design) entworfen und anschliessend erzeugt, indem dünne Schichten von Pulver, geschmolzenem Kunststoff, Aluminium und weiteren Werkstoffen übereinander gelegt werden. 3D-Druck erfordert weniger herkömmliche Rohmaterialien und erzeugt bis zu 90% weniger Abfall als die traditionelle Fertigung. Laut Canalys Research wird der globale Markt für 3D-Drucker und 3D-Druck 2015 bis auf 5,2 Milliarden USD und bis 2019 auf 20,2 Milliarden USD wachsen. Und eine Studie von Deloitte besagt, dass weltweit bis Ende 2015 fast 220.000 3D-Drucker verkauft werden.

Wie können also Aussendienstunternehmen 3D-Drucker bestmöglich einsetzen?

Intelligenterer Bestand an Ersatzteilen  

Die beste Einsatzmöglichkeit für 3D-Drucker im Aussendienst bietet sich vermutlich beim Austausch von Ersatzteilen. Ob nun Ersatzteile nicht mehr produziert werden oder nicht mehr auf Lager sind, 3D-Drucker sind die Lösung. Auch wenn Ihr Unternehmen nicht über einen 3D-Drucker verfügt, gibt es Unternehmen wie Kazzata, denen Sie Informationen, CAD-Dateien und Fotos des Ersatzteils zur Verfügung stellen, und die das Teil dann für Sie nachbilden, indem sie es zu einem nahe gelegenen 3D-Drucker schicken.

Ersatzteile sind äusserst vielversprechend für den 3D-Druck, da es schwierig sein kann, die Nachfrage für ein bestimmtes Teil zu antizipieren, insbesondere da einige Teile nur äusserst selten bestellt werden müssen. Der Flugzeughersteller Airbus zieht den Einsatz von 3D-Druck in Erwägung, da stets jedes Teil auf Lager sein muss, um defekte Teile bei jedem Flugzeugtyp in ihrem Servicebereich kurzfristig austauschen zu können. Das bedeutet, dass Airbus diese selten gebrauchten Teile über die gesamte Lebensdauer ihrer Flugzeugflotte lagern muss, was wiederum viel Lagerfläche erfordert. Wenn sie einen 3D-Drucker nutzen würden, könnten sie die Lagerfläche verringern und die Teile bei Bedarf drucken.

Für die Medizintechnik bietet der 3D-Druck einen schnelleren und kostengünstigeren Weg, um Teile herzustellen, die in Krankenhäusern eingesetzt werden können. Und falls eine medizinische Studie durchgeführt wird, um Werkzeuge oder Komponenten zu testen, die sich in der Entwicklungsphase befinden, eröffnen 3D-Drucker die Möglichkeit, die Studie schon früher durchzuführen, bevor die tatsächlichen Komponenten vollständig fertig sind.

Die neue industrielle Revolution

Der 3D-Druck läutet die neue industrielle Revolution ein, da nun die Möglichkeit besteht, ein einzelnes Teil bei Bedarf zu drucken, anstatt es in Massenfertigung herzustellen. Siemens verwendet den 3D-Druck, um schnell und einfach Ersatzteile für Gasturbinen herzustellen. Sobald ein Teil der Turbine fehlerhaft ist, kann Siemens das Ersatzteil umgehend drucken lassen, und es muss nicht noch mehrere Wochen auf das bestellte Ersatzteil gewartet werden. Durch den Einsatz von 3D-Druck bei Ersatzteilen konnte das Unternehmen seine Reparaturzeiten um 90% und damit auch die Stillstandzeit der Gasturbine verringern.

Aber noch sind wir weit entfernt von Aussendienstfahrzeugen, die mit 3D-Druckern ausgerüstet sind, um Ersatzteile direkt zu drucken. Man könnte durchaus meinen, dass es effizienter wäre, die Drucker im Fahrzeug zu haben als Unmengen von Inventar oder wenn die Techniker Ersatzteile über die Field Service Software bestellen müssen bzw. erst zurück zum Lager müssen, um das erforderliche Teil zu holen, aber das stimmt nicht unbedingt.

Obwohl 3D-Druck bereits für eine breitere Masse verfügbar und bezahlbar ist, erfordert es dennoch viel Zeit und bestimmte Temperaturbedingungen, um Teile korrekt zu drucken. Bei einem industriellen 3D-Drucker kann es bis zu 15 Minuten dauern, um eine einzige Sechskantmutter zu drucken. Grössere Teile dauern dann auch entsprechend länger. Dies würde die Aussendiensttechniker zeitlich erheblich einschränken und sie könnten bei Weitem nicht so viele Servicecalls erledigen, da sie stets vor Ort warten müssten, bis der 3D-Druck abgeschlossen ist.

Bei Teilen jedoch, die sehr lange Bestellzyklen aufweisen, könnte der 3D-Druck diese Lücke auf jeden Fall schliessen, da die Techniker Ersatzteile bei Bedarf drucken können. Anstatt jedes Fahrzeug mit einem industriellen 3D-Drucker zu versehen, wäre es heutzutage sinnvoller, einen Drucker in einem zentralen Büro aufzustellen, zu dem alle Techniker Zugang haben und den sie bei Bedarf benutzen können. 

 

Topics: Field Service

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