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Behaviour-Based Safety: Beinahe-Unfälle analysieren und nicht sanktionieren

Behaviour-Based Safety: Beinahe-Unfälle analysieren und nicht sanktionieren

Jeder kennt diesen Moment – wenn man eigentlich zu schnell mit dem Auto unterwegs war und plötzlich ein Schulkind auf der Strasse steht! Vollbremsung! Gerade noch mal gutgegangen! Das flaue Gefühl im Magen, der erhöhte Puls, das Adrenalin ... wenn man dann zuhause ist, erzählt man diese Geschichte in der Familie und seinen guten Freunden

Teilt man seine Erfahrung, führt dies dazu, dass man für sich selbst reflektiert, was falsch gelaufen ist. Auch die Menschen, mit denen man seine Erfahrung teilt, werden emotional berührt und somit sensibler für ähnliche Situationen. Will man diesen Effekt in die Arbeitskultur integrieren, ist es unumgänglich, dass man im Unternehmen eine positive Fehlerkultur pflegt.

Mitarbeiter müssen offen und ohne Angst vor Sanktionen über unsichere Situationen und Beinahe-Unfälle sprechen können.

Für Aussendienstmitarbeiter ist diese offene Kommunikation schwierig. Entsprechend gering ist die Quote der offiziell gemeldeten Fallzahlen. Dafür gibt es vielfältige Gründe – einer der wesentlichen ist jedoch sicher, dass jeder gemeldete Fall Mehrarbeit und zusätzliche Kommunikation nach sich zieht, die häufig keinen unmittelbar erlebten Nutzen für den Aussendienstmitarbeiter haben.

Will man dies ändern, muss zum einen der Mitarbeiter vom eigentlichen „case reporting” entlastet werden und zum anderen grundsätzlich eine positive Reaktion auf den übermittelten Beinahe-Unfall erfolgen. Die kollektive Lernchance muss hier im Vordergrund stehen.


Aktivitäts-Feedback – mit wenigen Klicks einen Issue eröffnen

Ein Mechanismus, der in Coresystems FSM für solche Prozesse zur Verfügung steht, ist das „Aktivitäts-Feedback”. Der Aussendienstmitarbeiter kann mit wenigen Klicks einen „Case“ eröffnen, ohne Metadaten zum „Wer-Wo-Was-Wann” eingeben zu müssen (Schritt 1).

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Bild: 4 Schritte für eine positive Fehlerkultur

Dieser „Case” wird dann automatisch einem EHS-Experten oder einem Linienmanager zur Auflösung übertragen (Schritt 2) – erst in diesem zweiten Schritt werden die Details zum Fall in einer detaillierten Checkliste erfasst (Schritt 3).

Der Mehrwert dieser Vorgehensweise liegt in der schnell eingeleiteten Interaktion zwischen Aussendienstmitarbeiter und dem verantwortlichen Manager. Denn Feedback funktioniert nur, wenn der Techniker sich ernstgenommen fühlt und zeitnah eine Antwort auf seine Meldung erhält. Geschieht dies nicht, wird er beim nächsten Vorfall vielleicht kein Feedback mehr geben.

Der Aussendienstler wird somit nicht mit dem Problem alleine gelassen, sondern erhält schnell Hilfe von einem Experten. Dieser übernimmt den grössten Teil des Reportings und unterstützt die notwendigen Massnahmen zur Risikominimierung.

Der hier vorgeschlagene Prozess liefert Kennzahlen (KPIs) zur grundsätzlichen Bereitschaft der Mitarbeiter, Feedback zu generieren. Er zeigt auch, wie konsequent dieses Feedback bei den verantwortlichen EHS- oder Team-Managern abgearbeitet wird (Schritt 4)

Aussendienstmitarbeiter dürfen das Reporting von Beinahe-Unfällen nicht als Mehraufwand oder unnötige Zusatzbelastung empfinden. Deshalb muss sich Feedback schnell und unkompliziert generieren lassen.

Wenn es gelingt, dass Servicetechniker offen über Ihre Beinahe-Unfälle oder schwierigen Situationen sprechen und diese praktischen Beispiele zeitnah an alle Mitarbeiter mit ähnlichen Profilen kommuniziert werden, ist bereits sehr viel erreicht.

Anwenderfreundlichkeit als wesentlicher Aspekt

Coresystems plant, in den kommenden Monaten EHS noch stärker in seine Field-Service-Management-Applikation zu integrieren. Es gilt, die Gesichtspunkte Effektivität, Usability, Motivation und Skalierbarkeit optimal unter einen Hut zu bringen.

Der Vorteil für unsere Kunden: Mit Hilfe einer einzigen App wird es möglich, an allen Standorten weltweit dieselben EHS-Standards zu implementieren – einfach, effizient und kostensparend.
Lesen Sie im nächsten Blogbeitrag, wie mit der Field-Service-Management-Lösung Sicherheits-Audits durchgeführt werden können.

Ehrliches EHS-Feedback kann man nicht hoch genug wertschätzen – es ist der beste Weg, um fatale Fehler und Schäden nachhaltig zu vermeiden!

Lesen Sie auch zum Thema EHS: (Environment, Health & Safety):

1) Kann eine Software Leben retten?

2) Befähigen statt Bevormunden

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