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Instandhaltung optimieren: Welche Kennzahlen (KPI) sollte man messen?

Instandhaltung optimieren: Welche Kennzahlen (KPI) sollte man messen?

Maschinenausfälle und Anlagen-Stillstände schmälern die Effizienz und Produktivität eines Betriebs. Je komplexer die Infrastruktur, desto weitreichender können die Auswirkungen sein, wenn eine wichtige Komponente den Dienst versagt - gerade angesichts der umfassenden Vernetzung in Industrie-4.0-Umgebungen.

Vorausschauende und präventive Wartungsmodelle mit fein abgestimmten Maintenance-Zyklen bieten hier die Chance, ungeplante Stillstandszeiten zu vermeiden und Schäden zu verhindern, bevor diese eintreten. Hierfür ist es notwendig, Service-Massnahmen möglichst nahtlos in die industriellen Fertigungsabläufe einzubinden, um den produktiven Betrieb auch während der Wartung so reibungslos wie möglich aufrechtzuerhalten.

Internet of Things und Datenanalyse als Chance für den Field Service

Eine Field-Service-Management-Software unterstützt Wartungs-Teams, Maintenance-Massnahmen effizient zu planen und durchzuführen. Jüngste technologische Entwicklungen wie das Internet of Things und die Datenanalyse auf Basis von Big Data eröffnen den Anlagenbetreibern zudem völlig neue Möglichkeiten für einen proaktiven Service: Weltweit kontinuierlich ausgelesene und in der Cloud gebündelte Betriebsdaten von Maschinen und Anlagenkomponenten erlauben es nicht nur, Fertigungsprozesse ganz gezielt zu optimieren, sondern auch zuverlässige Prognosen über das Auftreten von Störungen zu treffen.

Instandhaltung optimieren - mit den richtigen Kennzahlen (KPI) für den Field Service

Jeder Anlagenbetreiber wünscht sich ein langlebiges System, das höchste Wirtschaftlichkeit und Produktivität mit maximaler Verfügbarkeit verbindet - und das bei möglichst geringem Aufwand für Wartung, Instandhaltung und Retrofit. Mit Big Data und einer umfassenden Datenanalyse wird es auch dem Field Service möglich, Wartung und Instandhaltung noch punktgenauer und schneller durchzuführen - auf Basis diverser Key Performance Indicators (KPI), die sich anhand der gesammelten Maschinendaten ermitteln lassen und klare Aussagen über den Zustand der Anlage liefern.

MTBF = Mean Time Between Failures
MTBF bezeichnet die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen instandsetzbarer Maschineneinheiten. Der Messwert ist stark abhängig von den am Standort vorherrschenden Betriebsbedingungen (Umgebungstemperatur, Start/Stop-Zyklen, Wartungsintervalle etc.). Damit stellt MTBF einen Indikator für die Zuverlässigkeit einer Anlage dar - je höher der MTBF-Wert, desto zuverlässiger ist das System.

MTTR = Mean Time To Repair
Die mittlere Reparaturzeit nach einem Systemausfall. Diese gibt an, wie lange es durchschnittlich dauert, einen Fehler zu erkennen, zu lokalisieren und das defekte Bauteil auszutauschen. Damit liefert die MTTR-Angabe wichtige Erkenntnisse über die allgemeine Systemverfügbarkeit. Der MTTR-Wert sollte so klein wie möglich sein.

MDT = Mean Down Time
Die mittlere Störungsdauer beschreibt die durchschnittliche Zeit, die nach einem Systemausfall zur Beseitigung der Störung benötigt wird. Im Unterschied zu MTTR umfasst MDT alle Zeiten für Reparatur und Wartung sowie sämtliche Verzögerungen durch Anfahrt- und Lieferzeiten, Ersatzteillogistik oder Fehlversuche bei nicht geplanten Instandhaltungen. Während der MDT ist das System nicht betriebsbereit. Der MDT-Wert sollte demnach auch möglichst klein sein.

OEE = Overall Equipment Effectiveness
Die Kennzahl der Overall Equipment Effectiveness (Gesamtanlageneffektivität) erlaubt Rückschlüsse auf die Produktivität und Wertschöpfung einer Anlage, aber auch auf ungeplante Verluste in der gemessenen Betriebszeit ohne geplante Stillstände (z. B. geplante Wartung, Pausen, Wochenende). Damit liefert die OEE entscheidende Informationen für die Optimierung von Fertigungsabläufen und der Gesamtproduktivität. Die Gesamtanlageneffektivität wird ermittelt als Produkt aus den Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Da sich Betriebsmittel und Prozesse jedoch von Unternehmen zu Unternehmen stark unterscheiden, hat die OEE-Kennzahl nur Aussagekraft für den jeweiligen Betrieb und lässt sich nicht verallgemeinern. Mit Massnahmen zur Verbesserung des OEE-Werts geht auch nicht zwangsläufig eine Steigerung von Effizienz und Ertrag einher - es gilt hier darauf zu achten, dass Aufwand und Nutzen in einer sinnvollen Relation zueinander stehen.

Auf welche KPI kommt es in der Instandhaltung an?

Kennzahlen werden zunehmend nicht nur für den betriebswirtschaftlichen, sondern auch für den technischen Bereich und die Instandhaltung von Anlagen herangezogen - denn auch hier eröffnen sie vielfältige Chancen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen.
Erste Hinweise, welche Kennzahlen für die Instandhaltung wichtig sind, findet der Anlagenbetreiber in der europäischen Norm DIN EN 15341 (Wesentliche Leistungskennzahlen für die Instandhaltung) sowie in DIN 31051 (Grundlagen der Instandhaltung).

Kennzahlen als Grundlage für wertschöpfungsorientierte Instandhaltung und Field Services

Mit den richtigen Kennzahlen lassen sich nicht nur Verbesserungspotenziale, sondern auch "Kostenfresser" aufspüren - und erlauben so die Implementierung eines umfassenden Instandhaltungs-Controllings.

Entscheidend für den Erfolg solcher Massnahmen ist eine umfassende, kontinuierliche Analyse von Maschinen- und Betriebsdaten. Darauf aufbauend, können dann leistungsstarke und intuitiv bedienbare Software-Lösungen zum Field Service Management dem Anwender vielfältige Hilfestellungen bei der Planung von Wartung und Instandhaltung bieten - und massgeblich zu mehr Transparenz und einer verbesserten Performance beitragen.


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