Als Hersteller werden sie durch die zunehmende Servitization unter Druck gesetzt, also müssen neue Einnahmequellen geschaffen werden. Es gibt verschiedene Arten, Services rund um Produkte anzubieten, von denen einige Unternehmen noch nicht einmal gehört haben. Unternehmen, die verstärkt auf Servitization setzen möchten, müssen zunächst einige wichtige Investitionen in ihrem Servicebereich tätigen, damit sie nicht dem „Service-Paradox“ zum Opfer fallen. In diesem Paradox investieren einige Unternehmen sehr viel, um ihr Serviceangebot zu erhöhen, mit dem Ergebnis, dass sie höhere Kosten tragen, ohne dabei eine Rendite zu erzielen.

Es gibt zwei primäre Arten von Services, die Unternehmen ihren Kunden anbieten können. Diese Services können entweder produkt- oder kundenorientiert sein. Beide Ansätze erfordern dabei eine jeweils eigene Art der Beziehung zwischen dem Serviceanbieter und dem Kunden. Die Bezeichnungen dieser Klassifizierungsmodelle wurden erstmals in einem Bericht der Cambridge Service Alliance geprägt.

Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie Servitization in Ihrem Unternehmen nutzen können.  

Produktorientierte Services

Wenn das Element der Servitization um Ihr Kerngeschäft herum aufgebaut wird, erhalten Sie die meisten Optionen durch das Anbieten von produktorientierten Services. Viele Unternehmen entscheiden sich dafür, Beratungen, Schulungen oder Help Desks rund um die Verwendung ihrer Produkte anzubieten. Damit unterstützen sie ihre Kunden dabei, die erworbenen Produkte so effizient wie möglich zu nutzen. Allerdings gibt es noch viele weitere Optionen.

In der Medizinbranche bietet beispielsweise GE mit seiner Sparte Healthcare beim Erwerb grosser Medizinprodukte die Installation im gesamten Krankenhaus sowie die weitere Überwachung und Wartung mit an.

Sobald Sie einem Kunden ein Produkt verkauft haben, können Sie auch diese zusätzlichen Services anbieten:

  • Lieferung
  • Produktinstallation
  • Ersatzteillogistik 
  • Aktualisierungen und Upgrades
  • Instandsetzungen, Reinigung
  • Recycling
  • Inspektionen und Diagnosen
  • Erweiterte Garantie
  • Wartungsverträge
Verwendungsorientierte Services

Servitization erinnert in diesem Modell stark an Abonnementdienste wie Netflix. Verwendungsorientierte Services von Unternehmen umfassen das Leasing, Sharing, Vermieten und Pooling von Produkten anhand von Kurzzeit- oder Langzeitverträgen. Leasing bedeutet in diesem Fall, dass Sie eine festgelegte Gebühr zahlen, um ein Produkt zu Ihrer alleinigen Verfügung zu haben. Falls Sie einen Mietservice anbieten, bedeutet dies, dass der mietende Kunde das Produkt exklusiv über einen bestimmten Zeitraum verwenden darf. Ein Sharing-Service wiederum sieht ab von exklusiven Benutzerrechten. Das Produkt kann hierbei von einem Kunden über einen bestimmten Zeitraum genutzt werden und muss anschliessend an den nächsten Kunden weitergegeben werden. Bei Pooling können mehrere Kunden ein Produkt gleichzeitig nutzen. Umweltbewussten Unternehmen seien dabei die Sharing- und Pooling-Produkte ans Herz gelegt, da diese besser für die Umwelt sind. 

Rolls-Royce hat das TotalCare-Paket ins Leben gerufen, bei dem das Fertigungsunternehmen Triebwerke an Kunden verleiht, die nur für die Stunden bezahlen, in denen sich das Flugzeug in der Luft befindet. Gleichzeitig sammelt Rolls-Royce Daten zu ihren Triebwerken, anhand derer Ausfälle vorhergesagt werden können. Dadurch kann das Unternehmen die Wartungspläne optimieren.

Ergebnisorientierte Services

Unternehmen, die sich abseits von produkt- oder verwendungsorientierten Services positionieren möchten, werden dieses ergebnisorientierte Modell bevorzugen. Bei diesem Modell bezahlen Unternehmen für jede Inanspruchnahme und nicht für das ganze Produkt. Bei den Cloud-Services von Coresystems müssen Kunden beispielsweise nur den Speicherplatz bezahlen, den sie tatsächlich nutzen. In diesem Modell bleibt es dem Kunden überlassen, in welchem Ausmass er ein Produkt nutzt, und nicht dem Serviceanbieter. Xerox stellt den Kunden seiner Managed Print Services ebenfalls ein Bezahlungsmodell bereit, bei dem sie Verträge von zwei oder mehr Jahren für Dokumentenlösungen abschliessen können.

 

Topics: Field Service

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