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Warnhinweise – und was sie bei uns im Kopf bewirken

Warnhinweise – und was sie bei uns im Kopf bewirken

Auf Schritt und Tritt begegnet man ihnen – nicht nur in jeder Fabrikhalle, auch in Büros, Baustellen oder in Anleitungen: unübersehbare Schilder, die vor Gefahren warnen. Und nein, diese Schilder, die immer in grellen Signalfarben gehalten sind, wurden nicht nur aus haftungstechnischen Gründen angebracht, um dem Anlagenbetreiber oder Geländeeigentümer mehr Rechtssicherheit zu geben. Warnhinweise dienen vor allem dazu, um in unseren Köpfen effektive, gefahrenvermeidende Denkprozesse in Gang zu setzen.

Leichtsinn, Routine und falscher Werkzeugeinsatz zählen zu den häufigsten Unfallursachen

Es passiert sehr schnell: Ein Bauarbeiter stolpert über einen unsachgemäss gelagerten Stahlträger, stürzt aus grosser Höhe und erleidet mehrere Knochenbrüche. Oder ein Servicetechniker beachtet die Sicherheitsvorschriften nicht, greift bei der Wartung in die laufende Maschine und verletzt sich schwer an der Hand. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geschehen 39,4 % aller tödlichen Arbeitsunfälle, weil Mitarbeiter Sicherheitsvorschriften missachten oder gar Sicherheitsvorkehrungen deaktivieren.

Es gilt also, im Unternehmen eine Sicherheitskultur zu verankern, damit sich Mitarbeiter zu jeder Zeit über Gefahren und Risiken bewusst sind und entsprechende Vorsichtsmassnahmen einhalten.


Der psychologische Aspekt: Warnhinweise genau richtig dosieren

Die Regel „viel hilft viel“ gilt nicht bei Warnhinweisen. Bei der richtigen Platzierung sollte man vielmehr die folgenden Gesichtspunkte beherzigen:

  1. Abstufung nach Gefahrenpotenzial
    Nicht überall in einer Fabrikationshalle herrscht für die Mitarbeiter gleich Lebensgefahr. Manchmal kann man sich vielleicht in einem unvorsichtigen Moment nur mal den Kopf anstossen. Gefährlicher sind zum Beispiel Hochregale – bei unsachgemässer Lagerung oder Fehlern beim Bedienen von Gabelstaplern kommt es hier leicht zu schweren Verletzungen oder Unfällen mit tödlichen Folgen. Aus diesem Grund gibt es weltweit gemäss ANSI Z535 und ISO klassifizierte Warnhinweise für unterschiedliche Gefahrenpotenziale:

    warnings-de

  2. Reizüberflutung vermeiden
    Studien haben gezeigt, dass Warnhinweise dann am besten wirken, wenn sie direkt an der Gefahrenzone angebracht sind, so dass die Mitarbeiter sie unmittelbar vor ihrer gefährlichen Tätigkeit wahrnehmen. Empfehlenswert ist eine gezielte und punktgenaue Platzierung – zu viele Warnhinweise hingegen wirken eher kontraproduktiv: Sie führen zu einer Reizüberflutung und werden leichter ignoriert.
  3. Menschliche Verhaltensweisen nutzen
    Wie kann man die Wahrscheinlichkeit zusätzlich erhöhen, dass ein Warnhinweis tatsächlich wahrgenommen und auch beachtet wird? Eine Studie an der Rotman School of Management der University of Toronto legt nahe, dass der Zeitpunkt, wann eine Information aufgenommen wird, das moralische Verhalten und die Ausführung einer Tätigkeit beeinflussen kann. So füllten Probanden im Feldversuch Formulare „ehrlicher“ aus, wenn sie diese VOR der Bearbeitung unterschreiben mussten. Diese Erkenntnis lässt sich auch auf den Bereich Arbeitsschutz übertragen, wie das neue EHS-Feature der Coresystems Field Service Management Software zeigt:
Coresystems: Auftragsvergabe mit integriertem Sicherheitshinweis

Für Servicetechniker, die mit der Field Service Management Software von Coresystems arbeiten, wird das Risiko, das mit einer Aufgabe verbunden ist, vor der Erledigung mithilfe der standardisierten Signalwörter (ISO/ ANSI) eingestuft. In den elektronischen Formularen oder angehängten Dokumenten findet der Servicetechniker zudem detaillierte Handlungsanweisungen.

Zusätzlich ist es möglich, über die elektronischen Formulare ohne viel Schreibarbeit vom Techniker eine Bestätigung einzufordern, dass er die spezifischen Warnhinweise zur Kenntnis genommen hat. Solche Checklisten lassen sich leicht vom EHS-Fachpersonal erstellen und an die aktuellen Anforderungen anpassen.

Hier kommt es darauf an, dem Mitarbeiter nicht zu viel abzuverlangen. Denn Reizüberflutung mindert die Wirksamkeit der Warnhinweise. Enthalten 5 bis 10 % der Arbeitsschritte Warnhinweise, dann werden diese deutlich wahrgenommen. Die Achtsamkeit während der Ausführung einer Arbeit lässt sich deutlich steigern, wenn sich der Mitarbeiter vorher mit den Arbeitsregeln auseinandergesetzt hat.

Coresystems nutzt somit bewusst Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie, um dem Faktor Mensch in der Digitalisierung einen angemessenen Stellenwert zuzuordnen – und Mitarbeiter im Field Service bestmöglich vor Gefahren zu schützen. 

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